ExpertTipp Nr. 3

Was sind Legionellen?

Legionellen sind Stäbchenbakterien, die allgegenwärtig in Oberflächenwässern und im Boden und selbst im Meerwasser vorkommen Aufgrund ihrer weltweiten natürlichen Verbreitung kommen Legionellen auch in geringer Anzahl im Grundwasser vor. Daher ist es selbstverständlich, dass sich in dem von den Wasserwerken gelieferten Trinkwasser Legionellen
befinden können. 1976 kam es in Philadelphia in den USA zu einer Epidemie, bei der 182 von mehr als 4000 Teilnehmern der American Legion akut mit Legionella pneumophila an der so genannten Legionärskrankheit, einer schweren Pneumonie, erkrankten und 29 verstarben.

Zwei größere Vorfälle in jüngster Zeit ereigneten sich 1999 in Bovenkarspel in Holland, wo es anlässlich einer Blumenschau durch zwei ausgestellte Whirlpools zu 233 Erkrankungen mit 22 Todesfällen kam, und 2001 in Murcia in Spanien mit 805 Erkrankungen und 3 Todesfällen über Kühl-/ Klimaanlagen. In der überwiegenden Anzahl der Infektionen handelt es sich jedoch um Einzelfälle. Die eigentliche „Legionärskrankheit“ zeigt sich in einer schweren Lungenentzündung, die unbehandelt in 15 – 20 % der Fälle tödlich verläuft. Die Inkubationszeit beträgt 2-10 Tage. Nach abgesicherten Schätzzahlen rechnet man in Deutschland jährlich mit 6.000 bis 10.000 Erkrankungsfällen und etwa 1000 – 2000 Todesfällen.

Gefährdet ist prinzipiell jeder, doch sind vor allem ältere Menschen, Raucher sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem wie beispielsweise Diabetiker erhöht betroffen. Allgemein erkranken Kinder nur sehr selten und Männer mehr als doppelt so häufig wie Frauen. Wie kann man sich mit Legionellen infizieren? Als Hauptinfektionsweg ist das Einatmen

Erregerhaltiger, lungengängiger Aerosole aus dem Warmwasserbereich anzusehen. Insbesondere Duschen aber auch Aerosole am Wasserhahn stellen Gefahrenquellen dar. Weiterhin gewinnen Legionellen als Krankheitserreger auch im direkten Schwimmbeckenbereich zunehmend an Bedeutung. Neben Whirlpools können auch sonstige mit einer Wasserversprühung
oder -verrieselung versehene Anlagen wie künstliche Wasserfälle, Fontänen und auch Rutschen eine Rolle spielen (Erlebnisbäder und Badelandschaften). Eine Legionellenübertragung über Aerosole von Kühltürmen und Klimaanlagen bis hin zum Zahnarztstuhl ist ebenso möglich, sofern dies nicht durch Biozideinsatz, Verdampfung statt mechanischer Luftbefeuchtung oder Verwendung von Sterilwasser verhindert wird.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet dagegen nicht statt. Wundinfektionen sind äußerst selten und auch normales Essen und Trinken spielen keine Rolle, vorausgesetzt, erregerhaltiges Wasser kommt nicht in die „falsche Kehle“. Durch Einatmung kann es auch über Beckenwasser und Leitungswasser zu Erkrankungen kommen. Verhalten von Legionellen im Wasser  Bis zu Temperaturen von etwa 20°C vermehren sich Legionellen nur sehr langsam, so dass in diesem Bereich schon anzahlmäßig kein nennenswertes Erkrankungsrisiko besteht. Erst über 20°C steigt die Vermehrungsrate allmählich an und ist etwa zwischen 30 und 45°C optimal. Ab etwa 50°C erfolgt meist kaum noch Vermehrung und bei etwa 55°C ist diese nicht mehr möglich und es kommt langsam zum Absterben.

Eine sichere und mit steigenden Temperaturen zunehmend raschere Abtötung findet erst knapp oberhalb von 60°C statt. Falsche Sparsamkeit bei der Wahl der Warmwassertemperatur
ist somit in Bezug auf Legionellen kontraproduktiv. Vermehrungsorte für Legionellen sind hauptsächlich Biofilme, die bevorzugt auf Schlauch- und Tankwänden gebildet werden und zusätzlichen Ablagerungen durch Kalkausfall, Weichmacher oder Korrosionsprodukte die Besiedlung begünstigen.

In derartigen Biofilmen sind Legionellen wirkungsvoll durch zusätzlich produzierte Schleimsubstanzen vor Desinfektionsmaßnahmen geschützt. Bei der chemischen Desinfektion
kommt es z.B. neben einer Chlorzehrung lediglich an der Oberfläche zu Oxidations- und Abtötungsvorgängen, während die darunter liegenden Keime längerfristig überleben
und sogar die durch Oxidation aufgeschlossenen Nährstoffe nützen können. Maßnahmen für eine Eliminierung von Legionellen Die Bekämpfung von Legionellenverkeimungen ist bei Anwendung nur einer Methode meist nicht erfolgreich (Tabelle). Eine Sanierung ohne Entfernung von Biofilmen ist nicht erfolgversprechend. Eine thermische Desinfektion, bei der Biofilme nicht entfernt werden, sondern als Nährboden zurückbleiben, führt zu keinem  nachhaltigen Erfolg! Innerhalb von 12 Tagen kann es zu einer Wiederverkeimung bis hin zur ursprünglichen Belastung kommen.

Ungepflegte Trinkwasserversorgungsanlagen können in Caravanigfahrzeugen und auf Campingplät-zen ein erhebliches Risiko für eine Legionelleninfektion darstellen. Insbesondere beim Kauf gebrauchter Reisemobile und Caravans von Privat muss die Trinkwasserversorgungsanalage einer sorgfältigen Reinigung und Desinfektion unterzogen werden um dieses Risiko auszuschließen. Händler die gebrauchte Fahrzeuge verkaufen, müssen dieser die Arbeiten durchführen und dokumentieren. Peter Gelzhäuser GmbH . Multiman Hygiene- und Pflegeprodukte .

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Bei Legionellensanierungen mittels Chlorung und Peroxid (MultiSil® und MultiNox® ) sind anhaltende Keimreduzierungen zu erhalten, die bei großtechnischen Untersuchungen in verzweigten Rohrnetzen nachweislich zu einem Rückgang der Erkrankungsfälle führten. Bei der kombinierten Anwendung ist eine akzeptable niedrige systemische Verkeimung sowohl in neuen als auch in alten Anlagen nach längerem Gebrauch erreichbar.

Reinigen Sie deshalb in 3 Schritten Ihre Trinkwasseranlage wie im ExpertTipp Nr. 1 ausführlich beschrieben:

1. Reinigen Sie Tank und Leitungen mit MultiNox® KeimEx
und entfernen Sie die als Algen- und Bakterienbeläge vorhandenen
Biofilme, in denen sich die Legionellen eingenistet haben.

2. Desinfizieren Sie das System mit MultiSil® ChloroSil.
und töten Sie Bakterien und Krankheitserreger ab.

3. Entfernen Sie Kalk aus Leitungen mit MultiNox® KalkEx.

Damit beseitigen Sie neben dem Biofilm den zweiten wichtigen Nährboden der Legionellen und nicht nur schlechten Geschmack und Muffgeruch. Durch den fehlenden Kalk unterbinden Sie auch eine erneute bakterielle Besiedlung. Anschließend spülen Sie die ganze Anlage mit Trinkwasser, damit alle Rückstände ausgeschwemmt werden. Vergessen Sie bei der ganzen Aktion nicht den Füllschlauch, der ist ebenfalls bakteriell verunreinigt.(siehe ExpertTipp Nr. 5). Die Zapfstellen, d.h. derDuschkopf und Perlator am Wasserhahn können exterm mit Legionellen besiedelt sein, selbst wenn die Trinkwasseranlage 2 x jährlich gereinigt und desinfiziert wurde. Hier kann nur häufigere Entkalkung, Reinigung und Austausch von Dichtungen Abhilfe schaffen. In dem Zusammenhang gilt es auch die Verkeimung des Stagnationswassers z.B. in Duschschläuchen zu minimieren. Das Trinkwasser und die Versorgungsanlage werden gegen Wiederverkeimung geschützt, wenn die nach Trinkwasserverordnung (§ 11-Liste) zugelassenen Mittel auf Chlor- und Silberbasis (MultiSil® ChloroSil. und MultiSil® PuroSil) dem Trinkwasser dauerhaft bei jeder Füllung beigegeben werden.

Freundliche Grüße aus Puchheim

Ihr
Peter Gelzhäuser

ExpertWissen Nr. 2

Zusammenstellung aus DIN EN 15030 – Nur für den persönlichen Gebrauch

A.1.1 Wirkung
Der für die Konservierung von Trinkwasser wirksame Bestandteil der Verbindungen ist das Silberion. Diese Silberionen sind elektrisch geladene Teilchen des Silbers von atomarer Größenordnung. Sie durchdringen die Zellwand der Bakterien und bewirken eine Blockierung des Enzymsystems, indem sie lebensnotwendige Umsetzungen in Mikroorganismen hemmen. Dort gehen vornehmlich Thiol- und Carboxylgruppen mit den Silberionen relativ stabile Verbindungen ein.) Die Bakterienzellen werden durch Silberionen nicht, bzw. nur z. T., abgetötet. Je nach Umgebungsbedingungen werden sie nach einiger Zeit (1 bis 6 Monate) wieder aktiv und können sich vermehren. Das nennt man dann Wasseraufbereitung.

Durch Zugabe von Silberionen kann das Trinkwasser in Abhängigkeit von den Umgebungsfaktoren und Wasserinhaltsstoffen bis zu 6 Monate vor Wiederaufkeimung geschützt werden. Grundvoraussetzung für die Anwendung der beschriebenen Verbindungen ist eine Wasserqualität nach EU-Richtlinie 98/83/EG [1], ein sauberer Behälter und eine Einwirkzeit von min. 2 Stunden. Organische Wasserinhaltsstoffe (TOC) und Chloride können die Wirkung der Silbersalze reduzieren. Mit steigender Temperatur nimmt die mikrobizide Wirkung entsprechend der Zunahme der Ionisation zu.

Konservierung von Trinkwasser / Aufbereitung von Trinkwasser

Die beschriebenen Produkte werden eingesetzt zur Konservierung von Wasser für den menschlichen Gebrauch bei nicht systematischer Anwendung in Wasserversorgungsanlagen einschließlich deren Leitungsnetzen, aus denen je Jahr höchstens 1 000 m3 entnommen oder abgegeben werden (Kleinanlagen). Im Gegensatz zur Aufbereitung von Trinkwasser werden sie eingesetzt zur Konservierung von Wasser für die Lebensmittelzubereitung, von sonstigem Wasser, das in abgepackter Form gelagert oder in geschlossenen Systemen (wie z. B. Wasserversorgungssysteme von Land-, Wasser- und Luftfahrzeugen) geführt wird oder in Ausnahmefällen, von Wasser, das für Notfälle aufbewahrt wird.

Der Begriff „nicht systematischer Gebrauch“ bedeutet im Sinne dieser Europäischen Norm die diskontinuierliche bzw. bedarfsgerechte Anwendung von Silbersalzen zur Konservierung von Wasser
(Trinkwasser):

– bei Betriebsunterbrechung in Kleinanlagen für einen längeren Zeitraum oder wenn als Ergebnis von niedrigem Verbrauch und längeren Aufbewahrungszeiten angenommen werden kann, dass das für den menschlichen Gebrauch bereitgestellte Wasser nicht den mikrobiologischen Anforderungen an Trinkwasser gerecht wird;

– in Anlagen zur Herstellung von Lebensmitteln für die bedarfsweise Konservierung von Trinkwasser

– Wasser, das auf Grund seiner bestimmungsgemäßen Verwendung vor Wiederaufkeimung geschützt
werden muss;

– in mobilen Anlagen in Land-, Wasser-, und Luftfahrzeugen mit Trinkwasseraufnahme an wechselnden
Orten; im Gegensatz zum ständigen bzw. systematischen Gebrauch in der öffentlichen Trinkwasserversorgung
bei Großanlagen mit festen Leitungswegen und kontinuierlicher Zugabe.

Der Begriff „Ausnahmefall“ bedeutet im Sinne dieser Europäischem Norm den Einsatz von Silbersal-zen zur Konservierung von Wasser für Notfälle, z. B. abgepacktes Trinkwasser.

Freundliche Grüße aus Puchheim
Ihr
Peter Gelzhäuser